Köcherfliegen lieben den Neuen Hase-Nebenarm bereits im Bau

von

Angelverein engagiert sich für die Fließgewässerentwicklung in Gehrde

Baustelle – Wasserstand 30 cm unter Mittelwasser
Kronenholz vor dem Rückschnitt
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Beim hydraulisch nötigen Rückschnitt der Äste wurde eine ganze Köcherfliegengesellschaft entdeckt.

Die Köcherfliegen sind eher dämmerungsaktiv und mit den Schmetterlingen verwandt. Während das erwachsene Tier bei den meisten Arten nur 2 bis 4 Wochen lebt, tummeln sich die Raupen ähnelnden Larven unter Wasser. Als Schutz vor Fressfeinden bauen sich die meisten Köcherfliegenlarven eine transportable Wohnröhre, je nach Art aus Sandkörnern, Steinchen, Hölzern, Halmen oder gar Schneckenhäuschen. Sowohl für die Paarung und Eiablage als auch für den Schlupf der Larven benötigen Köcherfliegen Ufervegetation, Ufergehölze bzw. Totholzelemente, die in das Wasser hineinragen.

Ziel der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung Osnabrück e.V. NWA, war es die Hase und ihre Auen in Gehrde Rüsfort zu revitalisieren, so dass nicht nur die Fischfauna, sondern auch Libellen und Köcherfliegen davon profitieren. Letztere haben ihre Zufriedenheit nun bereits während der Bauphase gezeigt. Hierzu wurde die 2,5 ha große vereinseigene Fläche zunächst um 1m abgesenkt, damit die Aue wieder regelmäßig bei Hochwasser überspült wird. Die Fläche gehört zu einem größeren Bereich der Haseauen, die bereits ausgedeicht wurden. Aus einem bestehenden Blinddarm-Gewässer wird nun ein 480m langer Nebenarm der Hase. Hierbei wird auf eine strukturreiche Gestaltung Wert gelegt.

Bei dem sandgeprägten Tieflandfluss Hase werden Faschinen genutzt, um die Profilierung des neuen Gewässers für die ersten Jahre zu stabilisieren. Dann soll eine standorttypische Vegetation diese Aufgabe übernehmen. Zudem ist die eigendynamische Weiterentwicklung der Fläche gewünscht.

Die NWA wird bei diesem gewaltigen Vorhaben unterstützt durch den Haseauenverein, den Landkreis Osnabrück, die Gemeinde Gehrde, den NLWKN und viele andere. Die Finanzierung erfolgt zu 90 % über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Vorhaben der Fließgewässerentwicklung (FGE).